Glasfaser Sternenhimmel

Sternenhimmel an der Wand
Das All und die Sterne haben mich schon immer fasziniert. Nicht erst seit Star Wars. Daher kam wohl auch eines Tages die Idee einen Sternenhimmel zu bauen. Nicht, dass ich mehr als nur den kleinen Wagen am Himmel erkenne, trotzdem soll es ein Sternenhimmel sein.

Recherche

Klar war, der Sternenhimmel soll sich auch per App und in Farbe steuern lassen. Klar war auch, dass es ja sehr viele Sterne werden. Ein paar Klicks auf YouTube und ich kam auf die Idee, ich verwende für die Sterne Glasfaserkabel. Kommt an einem Ende Licht rein, kommt auch wieder Licht raus, am anderen Ende. Gut, das war mal fix.

Relativ schnell war mir auch klar, dass ich den Himmel nicht von Hand ausschneiden kann. Ich denke auch heute noch, mit einer Stichsäge oder sonst wie irgendwie von Hand, bringt man den Himmel nicht so schön rund.

Nach eine kurzen Aufruf auf Facebook, wurde mir ein Schreiner in der näheren Umgebung empfohlen, welche solche Schnitte mit einer CNC-Fräse herstellen kann. Perfekt. Die Himmelsplatte hat eine Grösse von knapp 1.5m Breite und ca. 90cm Höhe.

88 Sternbilder bohren

Nun mussten als erstes mal die Sterne gebohrt werden. Doch wie kriegt man die Sterne der beiden Hempisphären auf den Himmel im richtigen Verhältnis und richtigen Formen. Glücklicherweise bin ich noch stolzer Besitzer eines uralt Beamers. Nur noch Bilder vom Nord- und Südhimmel suchen und diese zwei Bilder, via Beamer, auf meine Himmelsplatte projizieren.


(Von Roberto MuraEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

Anschliessend mit einem wasserfesten Filzstift noch die Sternenbilder anzeichnen. That’s all. Dies knapp 500 Punkte dienen nun dazu, sämtliche Löcher bzw. Sterne zu bohren. Dazu verwendete ich einen 1.5mm grossen Eisenbohrer. Wichtig hier, besorg die am besten gleich zwei, drei von diesen Bohrer, du wirst diese brauchen.

Wandhalterungen

Da die Platte nicht mehr ganz so handy sein wird, wenn alle Glasfasern verlegt ist und die Leuchtmittel untergebracht sind, ist es wichtig, dass man früh genug an die Halterung denkt. Mir war es wichtig, dass man von vorne keine Halterungen oder Schrauben sieht. 
   

Dazu habe ich wieder mal Eisenwinkel verwendet und einfache Holzwürfel (auch als Abstandhalter). Weiss gar nicht richtig, wie man das beschreiben soll. Aber ich denke, auf den Bilder ist alles zu sehen. Jedenfalls kommen die Winkel auf der Platte auf die Holzwürfel an der Wand. Dort ist also oben. Da die Winkel auf der Platte nur knapp 10cm unterhalb Oberkante der Platte sind, kann man so später die Platte auf die Holzwürfel stellen und von oben her mit Schrauben sichern.

Farbe braucht der Himmel

Unser Sternenhimmel ist ja grundsätzlich schwarz. Dies wollte ich aber so nicht haben, da sonst ja der Himmel eher in Trauer an der Wand hängt, wenn die Sterne nicht leuchten. So surfte ich wiederum ein wenig auf YouTube rum und machte mich kundig, wie andere Leute solche Arbeiten ausführen.

Ich entschied mich schlussendlich, den Himmel zuerst schwarz zu grundieren und anschliessend mit blau und violett zu veredeln.

Dies braucht ein paar Spraydosen und ein wenig Zeit, da die Farbe ja wieder trocknen sollten, vor dem nächsten Durchgang…in dieser Zeit bildete ich mich zum Landschaftsgärtner aus:

Glasfaser verlegen

Glasfaser verlegen tönt zwar ein wenig hochgestochen, doch genau das war es. Ich hatte mir fünf Bunde Glasfasern à 2m (in 0.75mm und 1mm Grösse) besorgt. Diese einzelnen Glasfasern mussten jetzt eigentlich nur noch durch die 500 Löcher geschoben und verleimt werden. Plant euch für diesen Arbeitsvorgang genügend Zeit ein. Die Glasfasern durch die Löcher stossen und verleimen benötigt ordentlich Zeit.

Mit der Zeit gibt es auch einen ordentlichen Glasfasersalat, bei welchem es wichtig ist, dass man die Übersicht behält. Auch nicht ganz einfach ist, dass auch in wirklich jedem Loch eine Glasfaser steckt. Besser zwei mal kontrollieren. Achte auch darauf, dass du einen Leim verwendest, welche sich mit der dünnen Glasfaser gut verträgt. Ansonsten kann es sein, dass die Glasfaser bricht. Ich rede aus Erfahrung. Schlussendlich habe ich mit einem normale Holzleim gearbeitet. Sind am Schluss alle 88 Sternenbilder ordentlich mit den Glasfasern ausgestattet und verleimt, muss man diese nur noch bündig zum Holzbrett, auf der Vorderseite, kürzen und abschneiden. Auch dieser kleine Schritt ist relativ zeitintensiv.

Leuchtmittel und Glasfaser

Leider habe ich von diesem Arbeitsschritt keine Bilder. Grundsätzlich ist es aber so, dass ich die 500 Glasfasern in drei Bünde zusammengefasst. Über diese Bünde stülpte ich dann eine ganz normale Kabelverschraubung.

Diese Kabelverschraubung wird dann fest angezogen. Anschliessend habe ich die Glasfasern bündig am Ende der Kabelverschraubung abgeschnitten. Dazu habe ich meine Eisensäge mit einem Heissluftföhn erhitzt und dann sozusagen die Glasfasern durchgetrennt. Das klappte ziemlich gut und brachte das gewünschte Ergebnis.

Im zweiten Schritt habe ich dann diese Kabelverschraubungen, mit den bündig abgeschnittenen Glasfasern an die Philips Hue Spots geklebt. Auch das funktionierte erstaunlich gut. Zum Abschluss habe ich dann noch über die Spot und die Kabelverschraubung einen Schrumpfschlauch gestülpt und diesen, wiederum mit dem Heissluftföhn, so gestrumpft, dass sämtliches Licht aus dem Spot direkt in die Glasfaser „fliesst“ und es so keine Streuverluste gibt. Einfach aber sehr effektiv.

Testen, testen, testen

Einer der wichtigsten Punkte ist natürlich das Testen. Vor dem Verleimen der Kabelverschraubung und des Spots, sollte man natürlich überprüfen, ob die Spots auch wirklich funktionieren. Das selbe Ritual wiederholt man nach dem Verschrumpfen und zur Sicherheit nochmals, kurz bevor man den Himmel an die Wand schraubt. Sicher ist sicher.

Sternenhimmel an der Wand
Starlight

Kosten

Bei diesem Sternenhimmel bin ich in etwa auf folgende Kosten gekommen:

  • Sternenhimmel inkl. Fräsung beim Fachmann: CHF 150.00
  • Glasfasern (Chinaimport): CHF 80.00
  • Spraydosen: CHF 30.00
  • Philips HUE GU10 Spots (drei Stück): CHF 180.00
  • Kleinmaterial (Leim, Winkel, usw): CHF 35.00

Handgelenk mal Pi macht dies dann einen Totalbetrag von knapp CHF 475.00

Sparen

Gespart kann man relativ einfach. Wer es sich zutraut, kann den Sternenhimmel selber von Hand aussägen oder gar einen rechteckigen Himmel verwenden. Damit müsste man nur noch für das Material mit ca. CHF 20.00 rechnen. Natürlich kann man auch ganz normale LED-Spots verwenden und so nochmals rund CHF 140.00 einsparen. Macht dann doch stolze CHF 270.00 die man sparen kann.

Fazit

Der Glasfaser-Sternenhimmel hängt bei mir nun schon über ein Jahr an der Wand und macht mir immer noch sehr viel Freude. Auch wenn die Sterne nicht leuchten, lässt sich der Himmel anschauen. Früher oder später wird es noch eine nachfolge Projekt geben, da ich noch ein paar Meter Glasfaser übrig habe.

 

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