Michael Teeuw: Der Magic Mirror Builder

Michael Teeuw und sein Spiegel

Michael Teeuw hat das Open Source Projekt „Magic Mirror“ gestartet. Das Projekt wurde 2016 zum besten Raspberry Projekt des Raspberry MagPi gewählt. Zeit für ein kurzes Interview mit Michael Teeuw.

Hallo Michael, danke für deine Zeit und das Interview.
Hi Michi, klar gerne. Kein Ding.

Kurz zu dir. Woher kommst du und wie alt bist du?
Wie man unschwer am Namen erkennen kann, komme ich aus den Niederlanden und habe Jahrgang 1982.

Zum Magic Mirror. Wie und wann kamst du auf die Idee einen Magic Mirror zu bauen?
Das muss ungefähr im Jahre 2012 gewesen sein, als ich mit meiner Freundin einen Trip nach New York unternahm. Wir gingen Einkaufen im Macy’s, und wie es so ist, wenn man mit einer Frau einkaufen geht, schweift der Verstand hin und wieder ein bisschen ab. Beim warten und rumlaufen sah ich einen singenden und schön leuchtender Spiegel. Ein wenig komisch irgendwie aber ich dachte sofort: Das will ich auch. Einfach schöner und besser. Ich will einen Magic Mirror bauen.

Und zu Hause angekommen hast du sofort mit dem Bau begonnen?
Nicht ganz. Zuerst musste ich mir mal klar werden, was es eigentlich alles zum Bau braucht. Natürlich: Ein Spiegel, einen RaspberryPi, etwas Holz, Farbe und vor allem viel, viel Freizeit. Natürlich war klar, dass das ganze mit einem normalen Spiegel nicht funktionieren würde. Es muss so ein halbtransparenter Spiegel sein. Einer der spiegelt, wenn der Hintergrund schwarz ist aber transparent, wenn es hinter dem Spiegel hell ist. Ganz ähnlich wie in einem Verhörraum der Polizei. Bist du im Verhörraum, wo es schön hell ist, siehst du nur ein Spiegel bzw. dein Spiegelbild. Hinter dem Spiegel wo es dunkel ist, hat der Spiegel aber die gleich Wirkung wie ein Fenster. Man kann durchsehen. So etwas musste ich haben.

Warst du schon mal in einem Verhörraum?
Nein, nein noch nie (lacht).

Wann hast du den genau mit dem Bau bzw. der Entwicklung begonnen und wie viel Zeit hast du investiert?
Die Software und den Spiegel habe ich so von ca. 2013-2014 entwickelt und gebaut. Wie viel Zeit ich investiert habe, kann ich dir nicht sagen. Ich habe die Zeit nicht getrackt. Aber es müssen weit über 100 Stunden gewesen sein.

Und die Idee, dass du die Software als OpenSource zur Verfügung stellst, hattest du von Anfang an?
Nicht direkt. Der erste Spiegel und die Software habe ich natürlich nur mal für mich gebaut. Erst nach dem der erste Spiegel bei mir an der Wand hing, begann ich das Projekt auszubauen. Es sollte OpenSource sein und vor allem ein modularer Aufbau beinhalten. Damit andere Entwickler eigene Module programmieren und auf dem Spiegel anzeigen können.

Du sprichst von den Entwicklern die einen Spiegel bauen und programmieren können. Ist ein Magic Mirror ein Projekt für Entwickler?
Nein, gar nicht. So lang eine Säge bedienen kannst ohne dir die Finger abzuschneiden, kannst du auch einen Magic Mirror bauen. Mein Ziel war es immer, den Magic Mirror beziehungsweise die Software dazu möglichst einfach zu halten. Auch wenn du noch keine Erfahrung mit einem RaspberryPi hast und weder JavaScript noch CSS programmieren kannst, soll es möglich sein einen Magic Mirror zu bauen. Ich habe bewusst darauf verzichtet SASS als CSS Compiler zu verwenden, kein Webpack und auch keine Framesworks wie React, Angular oder vue.js. Dies aus dem Gedanken, dass der Magic Mirror keine unnötigen Komplexitäten bekommen soll. Trotzdem können aber natürlich Modulentwickler solche Techniken in ihren Modulen einsetzen.

Auch ein Michael Teeuw Spiegel

Hat es dich überrascht, wie das Projekt einschlug?
Natürlich, damit hätte ich so niemals gerechnet. Es ist auf jedenfall ein riesen Kompliment, dass ich so viele Leute inspirien konnte, selber eine Magic Mirror zu bauen. Nicht nur den Spiegel zu bauen, sondern sich auch mit der ganzen RaspberryPi Welt vertraut zu machen, fühlt sich gut an. Schlussendlich macht es auch Freude, zu sehen wie fast wöchentlich neue Module dazu kommen. Auch von Leuten, die keine Entwickler sind und durch den Magic Mirror das erste mal mit der Entwicklung von Programmen in Berührung gekommen sind.

Warum heisst der Spiegel eigentlich MagicMirror²?
Ganze einfach. Die 2 steht für die Version. Zwei Jahre nach der ersten Version habe ich damit begonnen, eine zweite Version des Framesworks  zu bauen. Daher dann auch der Name MagicMirror². Gleichzeitig habe ich auch versucht mit der neuen Plattform magichmirror.builders ein wenig Ordnung und Übersicht in die ganze Entwicklung zu bringen. Ich denke, dass ist uns auch zum grössten Teil gelungen.

Arbeitest du noch an weiteren OpenSource Projekten?
Ja immer wieder mal. Alles was ich eigentlich auf meinem Blog veröffentliche, stelle ich auch als OpenSource zur Verfügung. Egal ob dies jetzt Software ist oder Designs für den 3d-Drucker.

Und mit was verdienst du deinen Unterhalt?
Ich bin selbstständig und entwickle kreative, technische Innovationen für meist grosse Firmen.

Eine abschliessende Frage noch. Welche Module dürfen auf keinem Magic Mirror fehlen?
Es gibt so viele tolle Module zum Magic Mirror aber wenn ich ehrlich bin, mag ich die Standard-Module, welche mit der Magic Mirror Software ausgeliefert werden. Ich mag aufgeräumt Oberflächen (lacht).

Danke dir recht herzlich für deine Zeit und deine Antworten
Danke dir ebenfalls.

Anleitung zu Michael Teeuw’s Magic Mirror

Hast du jetzt auch Lust bekommen selber einen Magic Mirror zu bauen? Wenn ja, dann findest du hier eine Schritt-für-Schritt Anleitung in deutsch.

2 Replies to “Michael Teeuw: Der Magic Mirror Builder

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